Der Loidholdhof, ein bedeutsamer Ort

DI Achim Leibing, MAS, arbeitet und wohnt seit 1999 am Loidholdhof, Hofsprecher, Mitglied des Beirats von HERMES- Österreich

Menschliches Leben findet in Räumen statt. Diese Räume sind nicht einfach physikalische Räume. Vielmehr sind es Räume, die etwas für uns Bedeutungsvolles umschließen oder an denen etwas für uns Bedeutungsvolles stattfindet. Der Loidholdhof ist für mich so ein Ort, wo Wald und Feld, Fels und Garten umschlossen wird. An diesem Ort verbringe ich Zeit, bin Teil des sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Mit mir leben und arbeiten noch andere Menschen an diesem Ort. Wir fordern und fördern uns gegenseitig. Der Hof ist die Heimat für diese Menschen, der Ort, der ihre Entwicklung, ihr Tun und Nicht-Tun in Beziehung setzt und verortet.

Der Hof als kultureller Ort

Als Hof bezeichnen wir ursprünglich ein „umhegtes“ Gelände, einen Hügel, ein bestimmtes Milieu oder auch das Gelände um einen Tempel. Als solcher hebt er sich durch sein kulturelles Anliegen von seiner Umgebung ab. Als „Anwesen“ setzt der Hof die „Anwesenheit“, das Dasein von Menschen, Tieren und Pflanzen, Gebäuden etc., voraus. Als kultureller Ort impliziert er jedoch auch die Bildungsfrage, die letztendlich in der Haltung der Menschen zueinander, zu den Dingen in ihrer Umgebung und letztendlich zu sich selbst zum Ausdruck kommt. Die spannende Frage für mich ist: Was ist an unserem Hof die eigentlich Bildungsfrage im Sinne einer „Bildungsutopie“, die gleichsam noch nicht verortet und verwirklicht ist und dennoch mit dem Ort als Idee oder Wesen in Beziehung steht und ihm seine Richtung gibt?

Eingebettet sein

Thomas Fuchs beschreibt in seinem Buch „Verkörperung und Beziehung“, wie unser Verhältnis zur Welt mit dem Verhältnis zu uns selbst korrespondiert. „Wollen wir die konkrete Wirklichkeit erfahren, dann müssen wir lernen, diese Flut (der virtuellen Bilder) zu hemmen und die sinnliche Erfahrung wieder mit leiblicher Gegenwart zu verknüpfen. Entscheidend ist dabei die Erfahrung der Anwesenheit des Anderen, des wirklichen Du. Nur der Andere befreit mich aus dem Käfig meiner Vorstellungen und Projektionen, in denen ich immer nur mir selbst begegne. Und nur wenn andere für uns in dieser Weise wirklich werden, werden wir auch uns selbst wirklich. Niemand blickt uns wirklich aus einem Smartphone an.“ Zu einem zeitgemäßen Humanismus gehört Fuchs’ Ansicht nach auch das Bewusstsein des Eingebettetseins in einen übergreifenden Zusammenhang: „Als verkörperte, lebendige Wesen sind wir verwandt und ökologisch verbunden mit allem Lebendigen auf der Erde, in einer, wie ich es nennen möchte, Konvivialität. Wir teilen mit Lebewesen die existenziellen Tatsachen des Geborenwerdens und Wachsens, das Bedürfnis nach Luft, Nahrung und Wärme, Trieb und Streben, Altern und Sterben. Wir teilen mit ihnen die gemeinsame Biosphäre. Unsere Leiblichkeit verweist auf den zutiefst relationalen Charakter unserer Existenz, unser Leben in Beziehungen und in ökologischen Zusammenhängen. Erich Fromm sprach vom Prinzip der Biophilie, der Liebe zum Lebendigen, Albert Schweitzer von der Ehrfurcht vor dem Leben, die in die Einsicht mündet: Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. Konvivialität bezeichnet die fundamentale Verwandtschaft, die wir mit allem Leben empfinden.“

Als Sozialtherapeut und Landwirt erlebe ich meine Bezogenheit zum Boden, den wir bearbeiten, zu den Pflanzen, die bei uns wachsen, den Tieren und Menschen, die mit mir leben und die hier ein und aus gehen. Alles in allem bildet sie meinen Lebensraum, in dem ich mich entwickle. Zum „bedeutsamen“ Ort wird der Loidholdhof für mich, weil es eine eigene Bezogenheit zu den Dingen gibt und weil es dort Menschen gibt, bei denen ich ein inneres Anliegen, eigene Fragen und ihre persönlichen Potenziale wahrnehmen und entdecken kann.

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Integrative Hofgemeinschaft Loidhold
Arbeitsgemeinschaft für anthroposophisches Heilwesen, Linz e.V.

Schwerpunkt: Soziale Landwirtschaft (Green care)
Hofgemeinschaft: Circa 53 Menschen mit und ohne Beeinträchtigung
Größe: Bio-dynamische Landwirtschaft (Demeter), 60 ha LN, 4 ha Wald

Betriebliche Daten:
Soziale Arbeit:
19 voll- bzw. teilbetreute Wohnplätze für Menschen m.B.; 29 Arbeitsplätze in der Fähigkeitsorientierten Aktivität für Menschen m.B.
Landwirtschaft: Bio-dyn. Landwirtschaft, Gärtnerei, Holzwerkstatt, Weberei, Küche, Hauswirtschaft, Vermarktung, Hofladen und Hofcafe

Besonderheiten: Freie Akademie am Loidholdhof, Inclutrain Internationales Bildungsprojekt zum Thema: Berufliche Bildung für Menschen m.B., Green Care Zertifiziert.

 

Inklusiv zusammenleben
Wir leben eine Gemeinschaft, welche die Würde jedes Einzelnen achtet und entfaltet.


Sinnvolles Arbeiten

Gemeinsam erschaffen wir unsere Lebenswelt. Jeder einzelne wird gebraucht.


Gemeinsam wohnen

Jedem ein gutes Leben im sozialen Miteinander.


Sich bilden

Wir denken Bildung neu mit Wissbegierde und Lebensfreude.

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Oberhart 9, 4113 St.Martin/Mkr.
Telefon: 07232/3672
E-Mail: office@loidholdhof.at