ART Brasilien

ART - ein Agroforst Organismus für eine Landwirtschaft in Nöten

Wie wird eine Landwirtschaft mit Bäumen gemacht?

Wir entwickeln im tropischen Brasilien eine neue Landwirtschaft mit Bäumen als Pionierbetrieb mit Forschung, Praktika & Kursen. Die zentrale Frage, wie wir gesunde Nahrungsmittel trotz Hitze, Dürre, Regen und Flut erzeugen können, wird hier in der Praxis entwickelt. Bei ART – Agrikultur Regenerativ Tropisch – entstand die Anbaumethode aus der Anthroposophie heraus: Ein goetheanistisch-wandelbarer Agroforst, der dem Standort angepasst wird. Dadurch entstehen kreative Lösungen für lokale Herausforderungen. Denn die Landschaft kann immer regeneriert werden. 

Eine Herde von Bäumen 

Unter Berücksichtigung der Hanglage, der Nachbarhöfe und der Sonneneinstrahlung werden die Flächen neu gezogen und durch Baumstreifen begrenzt. Sie ziehen sich im Wasser-Niveau dahin und wirken effektiv erosionshemmend. Zwischen den Ackerstreifen befindet sich immer ein Forststreifen mit Doppelreihen von Düngerbäumen, welche, planetarisch ausgewogen, sowohl als Windschutz als auch als biologische Nische dienen.  
In jeder Klimazone kommen besondere Baumarten zur Geltung, und können den Agroforst Organismus bereichern. Eine Herde von Bäumen bringt neues Leben in die überhitzte Agrarlandschaft. Bei 18 Metern Abstand zwischen den Doppelreihen mit 2,3 Metern Baumabstand in jeder Reihe, entsteht eine „Baumherde“ von circa 500 Bäumen pro Hektar. Je nach Bedarf, kann dieser Abstand variiert werden. 

Ein neuer Dünger 

Die Äste der Bäume werden gehäckselt und liefern frischen, planetarisch ausgewogenen Dünger. Gehäckseltes Astholz (GAH) ist hitzebeständig und bodenschützend. GAH wird als wassersparende, belebende Düngerschicht auf die Äcker gestreut – ein neues Fundament für eine Landwirtschaft im Klimawandel. Bei extremen Temperaturen wirkt die Schicht lebensfördernd in Mengen von 1 bis 4 kg/m2. In der trockenen und sonnigen Saison atmet das Bodenleben auf und die Kulturpflanzen gedeihen dadurch besser. In der Regensaison wird der Boden vor Erosion geschützt. 

Polikulturen 

In die Agroforststreifen mischen sich Kulturpflanzen mit Beikräutern und Gründüngern. Es werden auch Fruchtbäume, Kaffee, Kakao, Maniok, Ananas, Gemüse und vieles mehr angepflanzt, sodass sie produktiv-biodivers werden. Breitlaubpflanzen lieben es, von anderen Arten umringt zu werden. Es steigert ihr Produktionsvermögen und zugleich werden die Monokulturen überwunden. Das Pflanzen der Baumreihen bringt keinen Flächenverlust. Die Bäume dienen sehr gut als Windschutzhecke und beherbergen enorme Tierartenvielfalt für biologische Schädlingskontrolle und optimale Bestäubung. Ein pulsierender Agroforst – resilient und evolutionsbereit. 

Der regenerierte Agroforstorganismus erzeugt außergewöhnlich gesunde Lebensmittel, die besonders vitalisiert und remineralisiert sind, sodass der gute Geschmack und das Wohlbefinden beim Verzehren öfters spontan geäußert werden. Gleichzeitig dient diese Landwirtschaft mit Bäumen der Regeneration der ganzen Landschaft, dem Wasserhaushalt der Bäche, der Artenvielfalt allgemein und der praktischen Umsetzung der Klimaschutzziele. Die Landschaften können aufleben. 

Junger Nachwuchs

Durch ART entsteht eine Baum-inspirierte Kreativität, ein für die Zukunft fruchtbarer Weg aus einer natürlichen Welten-Intelligenz geschaffen. Das wirkt anziehend auf die Jugend, und neue Fachkräfte können so zur Landwirtschaft finden. Dort mangelt es immer mehr an Mitarbeitern, die es auch mit den Bäumen können. Wir Menschen können viel von tropischen Wäldern lernen. Nicht nur für eine neue Landwirtschaft. 

ART – Agrikultur Regenerativ Tropisch

Itápolis, Brasilien 

Manfred Osterroht 

www.regenerativa.art.br/de

„Möge dein Regen auf unsere Arbeit fallen, 

Sodass unsere Forschung niemals versiegt.“