Der Wegweiser arbeitet für die Anthroposophie

Wegweiser Anthroposophie

Der Wegweiser versucht eine Brücke zu schlagen zwischen Anthroposophie und Öffentlichkeit. Er wendet sich dabei an Jedermann. Seine Zielrichtung ist hinaus in die Welt, um Interesse an Anthroposophie und der Anthroposophischen Bewegung zu impulsieren. Ein Kriterium für Beiträge ist ihre Allgemeinverständlichkeit. Jedes Heft hat ein übergeordnetes Thema, dass am Titelbild erscheint, mit anthroposophischem Hintergrund gewählt aber allgemein verständlich formuliert ist.

In der bekannten Form gibt es den Wegweiser Anthroposophie in Österreich seit dem Frühjahr 2010. Er erscheint einmal im Quartal, also zu Ostern, Johanni, Michaeli und zu Weihnachten in einer Auflage von 5.000 Stück. Er enthält Termine aus dem Bereich der Anthroposophie – das sind im Wesentlichen: Vorträge, Kurse, Zweigtermine, künstlerische Darbietungen und Feste – außerdem die einschlägigen Adressen und Beiträge, die zeigen sollen, wie Anthroposophie in heutigen Menschen lebt.

Funktionen der Zeitschrift

Außenwahrnehmung

Es wird ein Bild anthroposophischer Aktivitäten für die Öffentlichkeit gezeichnet. Die Zeitschrift liegt im öffentlichen Raum unentgeltlich auf: in Filialen von Denns in Österreich, in den anthroposophischen Einrichtungen, in Waldorfschulen… Im Wiener Raum versorgt unser Mitarbeiter eine große Zahl (über 200) von Lokalen und Universitäten.

Interne Wahrnehmung

Unsere zweite Aufgabe ist die interne Wahrnehmung innerhalb der Bewegung und Gesellschaft. Die Anthroposophische Bewegung in Österreich soll betrachten können, wie vielfältig sie ist und wer dazugehört. Jeder aus der Bewegung kann uns einen Beitrag senden. Der Wegweiser beachtet auch Aktivitäten, die Berührungspunkte zu aufgeschlossenen Zeitgenossen liefern.

Zusätzliche Funktionen

Es sorgt unser gut informierter Hauptredakteur (Herr Liszt) nicht nur dafür, dass möglichst vielen Initiativen eine Plattform geboten wird und dass wir an Aktuellem orientiert sind. Zusätzlich ist er ein beachtliches Telefon und Vernetzungsbüro, dass still im Hintergrund wirkt… unentgeltlich. Er betreut auch unseren Newsletter, der durchaus Interessenten hat und für die Anthroposophie wirkt. Weiters wird die Website der Anthroposophischen Gesellschaft vom Wegweiser Anthroposophie nicht unerheblich mitgestaltet.

Wer sind wir?

Von den zwei Redakteuren wurde Norbert Liszt unter „Zusätzliche Funktionen“ vorgestellt. Reinhard Apel besorgt zusätzlich zur Redaktionsarbeit die gut eingespielte Verteilung im Wiener Raum. Zu unserem Team gehören neben den Redakteuren unser Grafiker Martin Völker, weiters Andrea Völker, die unsere Finanz- und Abo-Verwaltung managt, sowie unsere Lektorinnen Ingrid Rasocha und Ulrike Lemmerer, Alexandra Fischer als Beirätin und Wolfgang Schaffer als Vertreter des Herausgebers. Ilse Liszt kümmert sich um die Eintragungen der aktuellen Veranstaltungen.

Dilemma Finanzierung

Der Wegweiser Anthroposophie erhält keine Mittel aus den Mitgliedsbeiträgen der Anthroposophischen Gesellschaft. Die schöne Ausstattung stammt aus der Zeit, in der wir durch befristetes und großzügiges Sponsoring das Licht der Welt erblickten. Die Zeitung wird in dieser Erscheinungsform gerne angenommen. Nach dem Ende des Sponsorings haben wir alle nur denkbaren Kosten minimiert, die Druckkosten, das Layout, die Verteilung und der Versand müssen aber bezahlt werden. Dass unsere Autoren unentgeltlich schreiben und auch sonst die Kosten minimalisiert wurden, sieht man dem fertigen Heft nicht an. Wir haben die Finanzierung bisher in der Stimmung der Askese durchtragen können, kommen aber an Grenzen. Wir können uns nicht „redlich“ über den Verkaufspreis des Heftes finanzieren, weil der Sinn des Wegweisers das unentgeltliche Auflegen im öffentlichen Raum ist. Ohne das fiele die Außenwirkung auf Menschen, die nicht zum anthroposophischen Umfeld gehören, weg, zum Beispiel auf Kunden im Bioeinzelhandel.

Unsere Finanzierung erfolgt bisher über Abos, Inserate und Spenden. Der Abopreis ist hauptsächlich an den Selbstkosten orientieren. Das Abo soll leistbar sein. Spenden könnten uns finanziell abstützen, sie sind aber nicht kontinuierlich und erfahrungsgemäß doch zu gering, um einen ordentlichen Haushalt abzusichern. Unseren treuen Spendern und Abonnenten sind wir deshalb nicht minder dankbar. Weiters bitten wir die anthroposophischen Einrichtungen jährlich um einen Beitrag. Wir erhalten diese Eingänge, müssen aber zunehmend erkennen, dass wir die Kosten dennoch nicht stemmen können, jedenfalls nicht angesichts der Inflation. Momentan müsste ein zusätzlicher Beitrag von circa 1.500 Euro pro Ausgabe hereinkommen (also viermal im Jahr), damit wir wirklich sorgenfrei wirtschaften können.

Wir haben eingespart, was irgend möglich war. Der Wegweiser wird in der anthroposophischen Bewegung gerne als Plattform genutzt. Wer will ihn aber finanzieren? Er war ursprünglich einfach da, hatte kein pekuniäres Problem und konnte unbefangen der Anthroposophie dienen. Das hängt uns nach. Es kann durchaus sein, dass der Wegweiser bald seine Arbeit einstellen muss. Alles können wir drucken, nur kein Geld.

Bitte helfen Sie uns dabei, den Wegweiser im Spiel zu halten.

Einiges aus dem Wegweiser, findet sich auf der Homepage der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Landesgesellschaft in Österreich, www.anthroposophie.or.at.

Im Anschluss finden Sie einen Artikel aus dem Wegweiser „Licht und Schatten“.

Licht und Schattenwerfer

Text: Norbert Liszt

Ein interessantes Phänomen entsteht, wenn ein Gegenstand von zwei unterschiedlichen Lichtquellen beleuchtet wird. Bekannt ist, dass jedes beleuchtete gegenständliche Objekt Schatten wirft und dass dieser Schatten eine Verdunklung des Lichts ist. Er wird zumeist in Grautönen wahrgenommen.

Wird aber dieser Gegenstand von Lichtern bestrahlt, die unterschiedliche Färbungen haben, wenn einerseits normales Tageslicht auf ein gefärbtes, zum Beispiel gelbes Licht, trifft, dann zeigt sich ein blauer Schatten. Man spricht dann nach Goethe vom „farbigen Schatten“. Da aber zwei Lichtquellen vorhanden sind, gibt es auch zwei Schatten. Der zweite erscheint in gelber Farbe und wird „gefärbter Schatten“ genannt.

Dieses Phänomen ist sehr leicht nachvollziehbar. Stellt man eine Vase oder ein anderes Objekt auf einen Tisch, auf den das Sonnenlicht fällt, wird man zunächst einen grauen Schatten wahrnehmen. Wenn man nun die Vase von der anderen Seite her mit gelbem Licht bestrahlt, wird sich das oben beschriebene Phänomen zeigen. Das gelbe Licht verursacht auf der Gegenseite einen blauen Schatten, der Schatten des Sonnenlichts erscheint gelb (siehe Foto).

Wenn man dieses Phänomen auf menschliche Seeleneigenschaften überträgt, kann man folgende Erkenntnisse gewinnen:

Ein Mensch bildet sich eine Meinung zu einer bestimmten Angelegenheit. Ein anderer Mensch ist gegenteiliger Meinung. Wenn diese beiden Meinungen in einem Gespräch aufeinandertreffen, kann das mitunter zu einem langen Diskurs führen, in dem die beiden Gesprächspartner ihre Meinungen verteidigen. Gelegentlich mündet ein solches Gespräch in einen Streit. Der Diskurs wird aber in den beiden Menschen Spuren hinterlassen und der eine oder andere wird vielleicht erkennen, dass er voreilig geurteilt hat und schließlich seine Meinung korrigieren und möglicherweise sogar zu einer tieferen Einsicht kommen.

Warum kann die obige Darstellung der verschiedenfarbigen Lichter mit dem Beispiel der beiden Gesprächspartner verglichen werden?

Der Gedankenprozess ist etwas Lichtvolles, Geistiges. Das kommt in dem Satz zum Ausdruck: „Das leuchtet mir ein!“ Gedanken sind also geistige Formen, die mit leiblichen Sinnen nicht wahrnehmbar sind. Aber der Mensch bildet seine Gedanken gemäß den Wahrnehmungen, die er der sinnlichen Welt entnimmt. Auf diese Weise wird der Inhalt (der Gegenstand) des Denkens zum Schattenwerfer. Folglich werden Lebendigkeit und Lichthaftigkeit der Gedanken gedämpft. Sie werden schattenhaft. Das muss aber nicht so bleiben. Jeder Mensch hat das Potential, sein Denken zu verlebendigen und zu erhellen.

Dementsprechend kann man die Gedanken des einen als Licht betrachten, das den Gegenstand der Diskussion bestrahlt. Bliebe er starr bei seiner Meinung, hätten die Gedanken des anderen, die eine andere Färbung haben, wenig bis keine Wirkung. Der Schatten seines Gedanken-Lichtes als Bild seiner Meinung bliebe grau. Doch wenn er die Gedanken des anderen in sein Gemüt aufnimmt, dann bekommen sie Farbe. Das Licht der Gedanken des anderen tritt als farbiger Schatten auf.

Auf das obige Beispiel bezogen, sind die Gedanken des anderen das gelbe Licht, welches auf den Gegenstand (das Thema) der Diskussion strahlt und einen blauen Schatten wirft. Es erzeugt also die Gegen- bzw. Komplementärfarbe. Das wiederum erhellt die unklaren Gedanken des einen. Der graue Schatten, den das Licht seiner Gedanken auf den Gegenstand wirft, wird erhellt und bekommt eine gelbe Färbung (gefärbter Schatten). Seine Erkenntnis erscheint in einem neuen Licht.

Es besteht die Neigung, Erfahrungen nach seiner eigenen Art zu beurteilen und sie als seinen Besitz betrachtend zu verteidigen. Im Gespräch mit anderen werden voreilig gefasste Ideen einer Prüfung unterzogen. Dadurch werden Phänomene sichtbar die man übersehen hat. Die Ansichten anderer zu überdenken, führt zu einer satteren Erkenntnis und ermöglicht, seine Urteile zu ergänzen oder zu korrigieren.

Tageslicht-Schatten
von rechts: Tageslicht, von links: gelbes Licht rechts: der eine, links: der andere

Redaktion Wegweiser Anthroposophie in Österreich

Norbert Liszt, Reinhard Apel

buero@wegweiser-anthroposophie.at
www.anthroposophie.or.at/wegweiser

Der Wegweiser Anthroposophie ist ein Projekt der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft; Landesgesellschaft in Österreich. 1040 Wien, Tilgnerstraße 3

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